Reibung

Reibungskräfte existieren nur, wenn auch andere Kräfte wirken, oder wenn Bewegungen vorhanden sind. Sie wandeln bei bewegten Körpern kinetische Energie in Wärmeenergie um und bremsen die Bewegung ab. Unter den vielen unterschiedlichen Reibungsformen gibt es drei Hauptgruppen:

  • Reibung zwischen trockenen Festkörpern: Zwei Festkörper, die mit einer (Normal-) Kraft gegeneinander gedrückt werden, setzen einer gegenseitigen Verschiebung den Reibungswiderstand entgegen. Dafür ist zum einen die mikroskopische Verzahnung der Oberflächen verantwortlich, aber auch die zwischenmolekularen Adhäsionskräfte, die über die Kontaktfläche wirken.
  • Man unterscheidet die Haft- Gleit- und Rollreibung und charakterisiert ihre Stärke mit dem Reibungskoeffizienten:

    Trockene Reibung

    Interessant ist, dass in dieser idealisierten Form die Grösse der Kontaktfläche keine Rolle spielt. Ebenso ist bei der Gleit- und Rollreibung die Geschwindigkeit ohne Bedeutung. Die Gleitreibung sorgt für ein Abbremsen mit konstanter Beschleunigung bis (beim Stillstand) die Haftreibung einsetzt.

  • Wenn sich ein Körper in einer Flüssigkeit oder einem Gas bewegt, erfährt er ebenfalls Reibkräfte, die ihn abbremsen. Falls die Relativgeschwindigkeit so klein ist, dass keine Verwirbelungen auftreten (laminare Strömung), dann entsteht eine Reibkraft, die proportional zur Geschwindigkeit ist (viskose Reibung, Stokesreibung). Ebenso ist die Grösse und Form des Gegenstands und die Zähigkeit des Fluids entscheidend:
  • laminare Reibung

    Die Abbremsung über Stokesreibung ist folglich geschwindigkeitsabhängig, streng genommen ist Abbremsung bis zum Stillstand nur als Grenzfall für sehr grosse Zeiten möglich.

  • Schnelle Bewegungen grösserer Körper in einem Fluid (Gas oder Flüssigkeit) lassen Verwirbelungen entstehen, die die Reibkraft verändern. Sie wird nun proportional zum Quadrat der Geschwindigkeit. Ausserdem wird ein Formfaktor in Strömungsrichtung, die angeströmte Querschnittsfläche A und die Dichte des Fluids (nicht die Viskosität) entscheidend:
  • turbulente Reibung

    Die Abbremsung eines bewegten Körpers ist nun noch stärker von der Geschwindigkeit abhängig. Stillstand ist fast nicht mehr zu erreichen.

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