Wenn ein Kreisel ein Drehmoment erfährt, das nicht parallel zu seiner Rotationachse steht, dann weicht der Kreisel senkrecht zur erwarteten Schwenkrichtung aus. Diese überraschende Ausweichbewegung zeigt sich dann, wenn ein schwerer Kreisel, der ohne Eigendrehung im Schwerefeld der Erde eigentlich umkippen sollte, nun seitlich zur Fallrichtung wegdriftet und eine sogenannte Präzessionsbewegung durchführt.
Der folgende Film demonstriert, wie die Kreiselachse bei der Präzession auf einem Kegelmantel rotiert:
Die allgemeinen Gesetze, die die Rotation eines starren Körpers beschreiben, liefern auch die Erklärung für die Präzession. Aus dem Aktionsprinzip von Newton folgt der Zusammenhang zwischen Drehmoment M und Drehimpuls L:
Für die Erklärung der Präzession wird nun wirklich die dreidimensionale Vektorform dieser Gleichung benötigt. Der Drehmomentvektor steht nämlich senkrecht zur Drehimpulsachse, somit steht die Änderung dL des Drehimpulses ebenfalls senkrecht zum Drehimpuls. Infolgedessen driftet der Drehimpuls und damit auch die Kreiselachse immer senkrecht zur aktuellen Richtung seitlich weg.
Als Film dargestellt:
Im Experiment sieht das ganze wie folgt aus: